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Das Recht auf Infrastruktur

Im Rahmen des Projekts Plan Sagrera in Barcelona, einem umfangreichen Konzept für einen neuen Fernbahnhof, das die durch die gegenwärtige sozialökonomische Krise erzeugten Rhythmen der Stadtentwicklung nicht berücksichtigt, verzichtet dieser Entwurf auf den Neubau von Wohnungen und sieht geringere und kürzere Investitionszyklen vor. Sie würden der Stadt erlauben, sich zu erholen.

Exposition:
1) In der Wohnungswirtschaft existiert ein Paradoxon: Auf der einen Seite steigt die Zahl der Zwangsräumungen, auf der anderen wächst die Zahl leerstehender Wohnungen.
2) Die sozialen Indikatoren jener Stadtteile, die Gegenstand der Ausschreibung sind, weisen im städtischen Vergleich niedrigere Werte auf als der Durchschnitt, ein Umstand, der sich sehr negativ auf die Orte auswirken könnte, die sich im Moment nicht in der Lage sehen, mit dem Plan zu kooperieren.

Proposition:
Eine Verbesserung der städtischen Planung sozialer Mietwohnungen für das gesamte Stadtgebiet, um auf diese Weise unter anderem den Zugang zu leerstehenden Wohnungen mit Hilfe der kommunalen Steuergesetzgebung zu fördern.

Politisierung:
1) Eine Ermächtigung der Bürger durch die Schaffung eines Ressourcenvorrats, der demokratisch über einen Verbund von sozialen Einrichtungen und Unternehmen verwaltet wird.
2) „Entmerkantilisieren“ der Infrastruktur und ihre Sichtbarmachung, um die Machtbeziehungen zu verdeutlichen, die hinter den technologischen Netzwerken stehen. Die Infrastruktur zu kontrollieren heißt, sie nicht mehr als Ware wahrzunehmen, und ermöglicht das Recht auf Stadt auszuüben, indem der Mehrwert autonom verwaltet wird.

ExposeProposePoliticise*
Miguel Martín Sánchez, Giulia Toscani, Jorge Martín Sainz de los Terreros

ExposeProposePoliticise*, das sind Miguel Martín Sánchez, Giulia Toscani und Jorge Martín Sainz de los Terreros. In ihrer Praxis verbinden sie Architektur mit städtebaulichen Studien, Politik- und Sozialwissenschaften, Urban Art und Design. Sie führen Interventionen in der Stadt durch, um die Beziehungen zwischen Bürger und öffentlichem Raum zu problematisieren, analysieren die politische Aufgabe der Architektur bei der Schaffung öffentlicher Räume, betrachten die Beziehungen zwischen der Gestaltung kollektiven Wohnraums und ihre Organisationsformen und forschen zu den Beziehungen zwischen Bürgerbeteiligung und eventueller Stadtplanung.

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